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Da ist dir Aufregung wieder groß. Helikopter über dem Haus von „Skandal-Spears“. Das titelt „Spiegel online“ hier und berichtet über einen Polizei- und Paparazzieinsatz, Selbstmordspekulationen und die ganze Leidensgeschichte der Sängerin.
Boulevardmedien sprechen von einem Selbstmordversuch. [...]Spears’ Manager Sam Lufti sowie ihre Mutter Lynn bestritten dies gegenüber einem Fotografen. Die Polizei verweigert laut tmz.com jegliche Stellungnahme. Bislang wurde vor dem Haus allerdings noch kein Krankenwagen gesichtet.
Viel interessanter ist aber nicht die Tatsache, dass vielleicht wirklich ein Selbstmordversuch vorliegt. Der übrigens ist aus ethischen Gesichtspunkten nicht berichtenswert, selbst wenn es ein Promi ist. Sondern interessanter ist vielmehr, dass diese „Skandal-Spears“ erst durch die Medien gemacht worden ist. ein Beweis ist die neuerliche Aktion samt Berichterstattung.
„Spiegel online“: Etwa 60 Paparazzi sind mit ihren Teleobjektiven vor dem Haus in Stellung gegangen. Das Fernsehen ist ebenfalls mit mehreren Übertragungswagen vor Ort, über der Szenerie kreist ein Helikopter. Wie der US-Nachrichtensender CNN meldet, erreichten Beamte des North Hollywood Police Department um 0 Uhr 55 Britney Spears’ Adresse.
Und hier hört es auf, Nachrichtenwert zu haben. Nun kann man sich die Frage stellen, ob Spears daran nicht selbst Schuld ist. Immerhin hat sie früher, im Erfolg, mit den Medien gespielt und für ihre Zwecke benutzt. Das hat sich jetzt gewandelt.
Zum Schlechten. Denn es ist offensichtlich, dass die Dauerbelagerung durch die Medien zum Zusammenbruch beiträgt. Anscheinend ist sie durch die zumindest unterstellte Drogensucht labil, das ist nun mal eine Folge von Abhängigkeit. Der Druck durch die Fotografen zwängt ein. Für einen labilen Menschen ist dies ein riesiges Problem.
Update 13:13 Uhr: „Spiegel online“ meldet die Einweisung Spears’ in eine Psychiatrie. In der Überschriftwird sie inzwischen als Skandal Spears bezeichnet. Also ist Britney Spears ein Skandal. Diese Aussage an sich ist schon einer.
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Das Umkrempeln geht weiter bei der „Ostsee-Zeitung“ und den „Lübecker Nachrichten“ – ein gemeinsamer Mantel kommt definitiv, berichtet Kress online hier. Mit einem sehr bitteren Nachgeschmack: 200 Stellen fallen bis 2013 über Altersregelungen weg. Springer spart halt mal wieder ein, die Vielfalt gerade in den überregionalen Teilen nimmt wieder ein wenig ab.
Ob die „Ostsee-Zeitung“ durch ihren Sonderseiten als eigenständiges Format bleibt, ist zu bezweifeln. Auf jeden Fall ist sie dann nur noch eine reine Lokalredaktion.
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G+J soll heute offiziell verkünden, dass die „FTD“ vollständig übernommen wird. Für das Blatt wäre es nicht unbedingt von Nachteil, denn sie ist zwar defizitär, aber ein gutes und innovatives Blatt.
Update 13:51: G+J hat es wie erwartet offiziell verkündet. Dann viel lachfarbenen Erfolg.
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Gibt es embedded journalism und vorauseilenden Gehorsam beim ZDF? Diese Eindruck kann man gewinnen, glaubt man dem Schweizer Magazin Migros und dem etmblog, das sich darauf bezieht. In der Tat erhebt Ulrich Tilgner schwere Vorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Sender.
Er fühle
sich in Deutschland in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt, gerade auch was die Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben.
Doch nicht nur möglicherweise persönliche Befindlichkeiten gaben den Ausschlag. Tilgner in Migros weiter. Es gebe Bündnisrücksichten, die sich in der redaktionellen Unabhängigkeit der Sender widerspiegelten.
Gleichzeitig werde Politik immer mehr in Nischen verdrängt. In der Schweiz hingegen sind Sendungen wie ‹Tagesschau› oder ‹10vor10› Institutionen.
Dort habe er noch keine Eingriffe in seine Arbeit erlebt.
Und genau die sind das Problem. Die Medien sollen frei von Parteidenken sein und sich keinerlei Einflüssen unterwerfen. Doch spätestens seit dem US-Einmarsch in den Irak mit den embedded journalists, die in Uniform auf dem Panzer saßen und willfährig Berichte vor Veröffentlichung vorlegten, ist das Geschichte. Auch damals waren öffentlich finanzierte Sender dabei.
Tilgners Vorwürfe mögen dem Frust entsprungen sein. Eine Grundlage entbehren sie aber deswegen noch lange nicht. Aufklärung ist notwendig.
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Qualität sieht anders aus. Vor allem im Radio. Doch das, was zurzeit auch in öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt wird, trotzt oft der Sprache, Logik und des Wissens. Dass das ein Problem ist, hat auch die neueste Ausgabe des „Journalist“ in seiner aktuellen Ausgabe beschrieben. Autor Wolfgang Scheidt ist Redakteur bei „neun live“, was ihn aber nicht abqualifiziert, sondern vielmehr zum Experten werden lässt. Erschreckend ist, dass der Mann so richtig Recht hat. Beispiele gibt es ohne Ende, einige vor wenigen Minuten. Das belegt: Sprachpanscher und Sprachverwascher sind auf dem Vormarsch.
Zum Beispiel in den „news“ – eigentlich sind es ja Nachrichten – heute Morgen. Der Sprecher stottert sich einen ab, als ob er die Nachricht selbst zum ersten Mal sieht. Und dann kommt es wieder zu Präzision eines Uhrwerks. „[...] US-Präsident Bush bei seiner letzten Rede zur Lage der Nation vor den Abgeordneten des Senats und des Kongresses.“ Ah ja. Mal abgesehen davon, dass die Kammern in den USA Senat und Repräsentantenhaus heißen und zusammen der Kongress sind, und mal abgesehen davon, dass der Präsident auch einen Vornamen hat, stimmt das ja auch sogar alles.
Derselbe Moderator hat aus dem niedersächsischen Wahlverlierer Wolfgang Jüttner sprachlich einen Jittner gemacht und ist immer wieder bei allerlei obskuren Aussagen zu erwischen.
Deshalb hier ein Plädoyer gegen zuviel Boulevard in der Sprache und für eine saubere Recherche auch zu Kleinigkeiten. Dann wird vieles Glaubwürdiger – und so ganz nebenbei können die Hörer sogar eine richtige Information bekommen. Gebt Sprachpanscher und Faktenverschleierern keine Chance, sondern dreht bitte einfach ab.