Gespeichert unter: Journalismus, Personalien, TV | Schlagworte: Ethik, Journalisten, Kriegsberichterstattung, Krisenregion, Personalien, ZDF
Gibt es embedded journalism und vorauseilenden Gehorsam beim ZDF? Diese Eindruck kann man gewinnen, glaubt man dem Schweizer Magazin Migros und dem etmblog, das sich darauf bezieht. In der Tat erhebt Ulrich Tilgner schwere Vorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Sender.
Er fühle
sich in Deutschland in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt, gerade auch was die Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben.
Doch nicht nur möglicherweise persönliche Befindlichkeiten gaben den Ausschlag. Tilgner in Migros weiter. Es gebe Bündnisrücksichten, die sich in der redaktionellen Unabhängigkeit der Sender widerspiegelten.
Gleichzeitig werde Politik immer mehr in Nischen verdrängt. In der Schweiz hingegen sind Sendungen wie ‹Tagesschau› oder ‹10vor10› Institutionen.
Dort habe er noch keine Eingriffe in seine Arbeit erlebt.
Und genau die sind das Problem. Die Medien sollen frei von Parteidenken sein und sich keinerlei Einflüssen unterwerfen. Doch spätestens seit dem US-Einmarsch in den Irak mit den embedded journalists, die in Uniform auf dem Panzer saßen und willfährig Berichte vor Veröffentlichung vorlegten, ist das Geschichte. Auch damals waren öffentlich finanzierte Sender dabei.
Tilgners Vorwürfe mögen dem Frust entsprungen sein. Eine Grundlage entbehren sie aber deswegen noch lange nicht. Aufklärung ist notwendig.
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