Gespeichert unter: Journalismus, Radio, Sprachirrsinn | Schlagworte: Moderation, Radio, Sprache
Qualität sieht anders aus. Vor allem im Radio. Doch das, was zurzeit auch in öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt wird, trotzt oft der Sprache, Logik und des Wissens. Dass das ein Problem ist, hat auch die neueste Ausgabe des „Journalist“ in seiner aktuellen Ausgabe beschrieben. Autor Wolfgang Scheidt ist Redakteur bei „neun live“, was ihn aber nicht abqualifiziert, sondern vielmehr zum Experten werden lässt. Erschreckend ist, dass der Mann so richtig Recht hat. Beispiele gibt es ohne Ende, einige vor wenigen Minuten. Das belegt: Sprachpanscher und Sprachverwascher sind auf dem Vormarsch.
Zum Beispiel in den „news“ – eigentlich sind es ja Nachrichten – heute Morgen. Der Sprecher stottert sich einen ab, als ob er die Nachricht selbst zum ersten Mal sieht. Und dann kommt es wieder zu Präzision eines Uhrwerks. „[...] US-Präsident Bush bei seiner letzten Rede zur Lage der Nation vor den Abgeordneten des Senats und des Kongresses.“ Ah ja. Mal abgesehen davon, dass die Kammern in den USA Senat und Repräsentantenhaus heißen und zusammen der Kongress sind, und mal abgesehen davon, dass der Präsident auch einen Vornamen hat, stimmt das ja auch sogar alles.
Derselbe Moderator hat aus dem niedersächsischen Wahlverlierer Wolfgang Jüttner sprachlich einen Jittner gemacht und ist immer wieder bei allerlei obskuren Aussagen zu erwischen.
Deshalb hier ein Plädoyer gegen zuviel Boulevard in der Sprache und für eine saubere Recherche auch zu Kleinigkeiten. Dann wird vieles Glaubwürdiger – und so ganz nebenbei können die Hörer sogar eine richtige Information bekommen. Gebt Sprachpanscher und Faktenverschleierern keine Chance, sondern dreht bitte einfach ab.
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