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MeinVZ hilft auch beim digitalen Striptease
28 Februar 2008, 3:28
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Noch ein Verzeichnis. Diesmal MeinVZ. Der Holtzbrinck-Verlag hat sein drittes Social Network gestartet. Eine erste Betrachtung gibt’s von Sven Wiesner hier.

Aber brauchen wir das wirklich? Ein Portal, dieses Mal mit einer weiteren Zielgruppe als die Verwandten von StudiVZ und SchülerVZ? Oder Xing, MaySpace, LinkedIn und wie sie alle heißen? Wie social können wir den eigentlich sein?

Oder lieben die Menschen den virtuellen Striptease? Eines jedenfalls wird es sein. Eine neue Quelle für Datensammler. Hurra.



Schäuble fordert Mohammed-Karikaturen
27 Februar 2008, 4:12
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Es ist ja interessant, wie hier wiedermal verglichen wird: Schäuble fordert im Namen der Pressefreiheit dazu auf, mehr Mohammed-Karikaturen zu drucken (berichtet welt.de hier).

Schäuble sagte der „Zeit“, er habe Respekt davor, dass die dänischen Zeitungen die Zeichnung erneut publiziert hätten. „Eigentlich müssten jetzt alle europäischen Zeitungen diese Karikaturen abdrucken, und zwar mit der Erklärung: Wir finden sie auch miserabel, aber die Inanspruchnahme von Pressefreiheit ist kein Grund, Gewalt zu üben“, sagte der Minister. Hier gelte das Motto: „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren. (SIC!)“

Ja klar. Getreu dem Motto „Ih, bäh, das wollen wir nie wieder sehen“. Das ist meistens unseriös. (Mal abgesehen davon, dass auseinanderdividieren ein weißer Schimmel ist).

Dass der Bundesinnenminister jetzt meint, Zeitungen vorschreiben zu können, was sie durch den Kakao ziehen sollen ist außerdem dummdreist. Das sei ein Zeichen der Pressefreiheit? Die sagt auch, dass die Politik nicht reinreden darf. Die sagt auch, dass man unterschiedliche Meinungen haben kann.

Das Beispiel aber zeigt nur eines: Schäuble hat mit Stasi 2.0 verloren und sucht sich jetzt schnell ein neues Schlachtfeld.

Das ist armselig.

Ebenso wie die Diskussion im Forum von welt.de. Da werden Vergleiche gezogen Karikaturen vom Papst oder Jesus. Klar, es gibt Karis über Jesus. Aber es gibt auch kein religiöses Gebot, Jesus, den Papst, einen Pastor oder sonst irgendjemanden nicht zu zeichnen. Im Islam gibt es das.

Warum müssen wir also auf Teufel komm raus provozieren. Kann man nicht einfach mal Respekt vor einer Religion zeigen, die sogar denselben Gott verehrt wie das Christentum, nur weil sich Fanatiker zu Attentaten hinreißen lassen? Diesen Fanatismus muss man bekämpfen. Das kann man aber sicher nicht, wenn man den Glauben aller beleidigt, im Gegenteil.

Diese Ansicht ist genauso armselig.

In eigener Sache:

Da auf Kommentare auf welt.de schon sehr unsachlich geantwortet wird, sind Kommentare hier geschlossen. Das hat zwar nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, aber im Hinblick auf das Niggemeier-Urteil bin ich mal vorausschauend sorfältig…

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Kommentar: Verfassungsgericht stoppt Schnüffler zu Recht
27 Februar 2008, 12:02
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Daten sind privat und dürfen nicht erschnüffelt werden. Das ist das Ergebnis des Karlsruher Urteils zu heimlichen Online-Durchsuchungen in NRW und das ist gut so. Das wenig zielgerichtete Ausspähen von privaten PCs durch den „Bundestrojaner“ – einer Software, die in jedem anderen Zusammenhang als „Mal-Ware“ bezeichnet wird, also als Programm, das das System gefährdet und dazu noch persönliche Daten zu kriminellen Zwecken ausspioniert – ist also zumindest vorerst gestoppt und so ein Computer-Grundrecht geschaffen.

Das Verfassungsgericht hat die Hürden extrem hochgelegt, und somit den Klägern Recht gegeben. Das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme sei besonders schützenswert. Nur bei konkreter Gefährdung von Menschenleben oder den Bestand des Staates dürfen die Behörden online schnüffeln. CDU und auch die bislang abwartende, aber nicht generell ablehnende SPD werden diese Aussage als Rechtfertigung für eine entsprechende Änderung des BKA-Gesetzes nehmen.

Doch was soll das bringen? Terrorabwehr? Das ist zu bezweifeln. Denn Terroristen sind in der Regel vernetzt. Und dort gibt es andere Wege, Daten zu speichern und zu tauschen, Informationen zu vermitteln und Absprachen zu treffen als die heimischen PCs. Virtuelle Festplatten im Netz, platziert auf diversen Servern im Ausland, Ansteuern dieser Server über legale Verschlüsselungsnetze, Codierungen und getunnelte, also knacksichere Direktverbindungen von Rechnern.

Da wird auch das massenhafte Sammeln von Kommunikationsdaten, wie es die EU und der Bund bei der Vorratsdatenspeicherung vorsehen, nicht helfen. Doch diese Speicherung aller Verbindungsdaten, die demnächst ebenfalls durch Karlsruhe überprüft werden wird (und da ist das heutige Urteil schon ein Indiz für Richtung der Entscheidung) und die Online-Durchsuchung macht alle Nutzer zu Verdächtigen.
Dem hat Karlsruhe jetzt einen Riegel vorgeschoben. Denn im Grundsatz gilt weiter die Unschuldsvermutung. Der Rechtsstaat hat gesiegt.

Quellen:

Medien:



Redakteure verklagen Chefredakteur
25 Februar 2008, 4:16
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Der Streit um den Chefredakteur der „Berliner Zeitung“ eskaliert – Die Redaktion hat nach Agenturberichten Klage gegen Josef Depenbrock eingereicht. Grund: Depenbrock führt die Redaktion als Chefredakteur und als Geschäftsführer. Das verstößt gegen das Redaktionsstatut. Unterstützt wird die Klage von DJV und Verdi. Da kann man mal gespannt sein, was dabei rauskommt.

Quellen: http://www.newsroom.de/news/detail/%24ESFRDNMUEKFJ

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Sind Radiosender schuld an Schnuffels Erfolg?
25 Februar 2008, 1:33
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schnuffelklein.jpgNein. Das ist kein Hit. Aber ein Treffer. Ein PR-Treffer. Was? Na „Schnuffel“, die Nummer eins der Charts. Der süße Hase, der seiner Karotte ein Liebeslied singt. Fein, niedlich. Und „Schnuffel“ lässt die Kasse bei seinen Eltern klingeln.

Seine Eltern, das sind einige findige Grafiker und Programmierer des Klingelton- und Handy-Pimp-Anbieters „Jamba!“, der nicht nur durch penetrante Werbung auf den Teenie-Ex-Musiksendern auffällt, sondern im Netz auch durch Spreeblick.de bekannt geworden ist (und so auch Blogs in Deutschland bekannt gemacht hat). Das – zugegeben – süße Vieh ist Star in der Werbung, die nur von Musiksendungen unterbrochen wird, auf einer neuen CD und tatsächlich auf Platz 1 der deutschen Singelcharts.

Jamba feiert diesen Erfolg natürlich, denn in der Tat wurden Branchengrößen deklassiert, darunter Timbaland, der eigentlich mit allem, was er macht, auf die Spitze abonniert ist. Außer, „Schnuffel“ ist in der Nähe.

Das das allerdings erst möglich ist, seitdem Downloads und Klingeltöne ebenfalls für die Platzierung gezählt werden, verschweigt das Klingeltonunternehmen geflissentlich. Nun ja, muss ja auch nicht sein. Dass die massive Werbung für den Klingelton, die wirklich alle (gefühlte) 30 Sekunden zu sehen war, ihr übriges dazu beigetragen hat, ist auch logisch und richtig.

Und so feiert sich das Unternehmen für den Coup:

Mit Schnuffels Sprung in die Musikcharts beweist Jamba zum wiederholten Mal ein gutes Gespür für Trends sowohl in der mobilen Unterhaltung als auch in der Musikbranche. Lee Fenton, COO von Jamba, fügt hinzu: „Unser Kreativ-Team – die geistigen Eltern von Schnuffel – hat tolle Arbeit geleistet und wir freuen uns jetzt schon darauf, den Kunden auch künftig so tolle Ideen aus dem Hause Jamba zu präsentieren. Schon in der Vergangenheit sind hier erfolgreiche Figuren entstanden – wie beispielsweise im letzten Jahr die Crazy Cow.“

Ob das ein Gespür für den Geschmack ist, sei dahingestellt. Der Schock jedenfalls sitzt tief, dass das Unternehmen, das mit Abos für 2,99 Euro/pro Abrechnugszeitraum (wahlweise variabel 1 Woche, 5 Tage oder 3 Stunden) wirbt, so erfolgreich sein kann. Die gut geölte PR-Maschine läuft jedenfalls rund.

Bedenklich ist eher, dass Radiostationen kaum Einfluss hatten. Denn kaum einer von ihnen, selbst die Formatradios, haben den Langohr-Miniflokati gespielt – und trotzdem kennt ihn jeder. Das war beim „Crazy Frog“, auch so einem Handy-Kunstprodukt unter Musiktarnung, noch ganz anders.

Andererseits: Für Guerillamarketing wäre das schon wieder gut.

Vielleicht für Roland Koch.

Foto (c) obs/Jamba