So soll sie Aussehen, die Zukunft des „Spiegel“: Exklusive Nachrichten, Zerzahnung von Print, TV und Online, Kommentare und Leitartikel sind ebenfalls möglich.
Also, mit Ausnahme der modernen Medien, so wie einst unter Augstein, als das Heft berechtigterweise das „Sturmgeschütz der Demokratie“ gewesen ist. Das schreibt der „Tagesspiegel“ hier und beruft sich auf die Redaktionskonferenz.
Die beiden neuen Chefs gaben gleich eine neue Marschrichtung fürs Blatt bekannt: Mehr exklusive Nachrichten, nicht mehr nur schön geschriebene Reportagen sollen sich Mascolo und Blumencron künftig fürs Magazin wünschen.
Das Motto laute dabei „Spiegel“ first. Na ja, mal sehen. Dass das führende deutsche Nachrichtenmagazin in den vergangenen Jahren unter Druck geraten und boulevardlastiger geworden ist, wird niemand bestreiten. Dass es an Einfluss verloren hat, kann man allerdings nicht einfach so unterschreiben. Noch immer ist der „Spiegel“ Themensetzer und Leitmedium. Klappt es mit Meinungen und der Verzahnung (und Verbesserung) von „Spiegel online“, wird er aber ganz gewiss publizistische Macht gewinnen.
Ebenso interessant ist aber auch das angebliche Zitat des Ex-Spon-Chefs von Blumencron. Niemand, so heißt es im „Tagesspiegel“ müsse mehr Angst haben. Ein deutliches Indiz dafür, dass AustsRegentschaft schon ein Regime gewesen sein dürfte – was dann auch den Rausschmiss durch die Mitarbeiter-KG wesentlich verständlicher macht. Andererseits: Druck herrste bei dem Blatt schon immer. Aber wie so oft kommt es auf die Art an.
Aber auch beim Vertrieb und dem Streit mit Stefan Aust gibt es Neuigkeiten. Zum einen ist der Sonntagsvertrieb nicht mehr unumstritten, wie kress.de hier meldet, zum anderen die Kündigung des früheren Chefredakteurs sehr wohl. Am 7. Mai soll dann Gruner+Jahr-Vorstandschef Bernd Kundrun über den Vertrag und dessen Kündigung berichten.
Spannend bleibt es beim Spiegel also auf jeden Fall.
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