Gespeichert unter: Personalien, Print, Zeitschriften | Schlagworte: Chefredakteur, Personal, Redaktion, Unternehmen, Verlage, Zeitungen
Und hier ist der nächste Chefredakteur, bei dem die Redaktion nicht nur mault und sich intern beschwert, sondern öffentlich gegen ihn vorgeht wie schon bei Stefan Aust.
Laut kress.de hat die Redaktion der „Berliner Zeitung“ Chefredakteur Josef Depenbrock, Zugleich entgegen dem Redaktionsstatut auch Geschäftsführer, das Misstrauen ausgesprochen, ihn zur Abdankung zum Rücktritt aufgefordert und zugleich Eigentümer David Montgomery klar gemacht, dass er sich ändern oder verkaufen soll (zu lesen hier). Erst vor kurzem hatte die Mitarbeiter-KG mit den anderen Eigentümern des Spiegel-Verlags Chefredakteur Aust in einem ähnlichen Vorgang erfolgreich abgesetzt.
Der Vorwurf, dass der Chef der „Berliner Zeitung“ nicht willens oder nicht in der Lage sei, das Blatt zu führen, wiegt dabei schwer, ist aber auch Ergebnis eines Streits, der seit dem Kauf des Verlages durch David Montgomery (Mecom) schwelt. Dem Blatt soll es schlecht gehen, die Personallage ist dünn geworden, die Belastung gestiegen. Das kann, muss aber nicht mit der Politik Montgomerys zusammenhängen.
Wahrscheinlich ist es aber schon. Mecoms Adlatus heißt nun mal Depenbrock, sein Vorgänger Uwe Vorkötter, jetzt bei der „FR“, hatte sich gegen den Verkauf mit seinem Team erfolglos gewehrt. Ein schwerer Start für den Nachfolger, der tatsächlich hauptsächlich sparen soll, eben die von kress genannten bis zu 20 Prozent. Damit sind wieder einmal die Befürchtungen eingetreten, die immer wieder mit dieser Übernahme verbunden wurden und sich bewahrheiten könnten.
Die Lage, vor allem die wirtschaftliche Lage, ist sicher nicht vergleichbar mit dem „Spiegel“, zeigt aber, dass die Redaktionsleitungen sich nicht zuweit vom Personal entfernen dürfen. Wenigstens in den Häusern, in denen das Personal Mitspracherecht dieser Art genießt. Das wiederum sind nicht viele, eher zu wenige.
Solange es um Inhalte geht, sind solche Auseinandersetzungen auch auf keinen Fall abzulehnen. Geht es um die Personaldecke, sollte die Redaktion ebenfalls ein offenes Wort mitreden dürfen und ernsthaft gehört werden. Die Beispiele, in denen das nicht der Fall ist, sind reichlich und die Ergebnisse meist frustfördernd.
Ob der Einfluss auch auf alle wirtschaftlichen Entscheidungen beziehen kann, ist eher fraglich.
Dass aber die Meinung der Menschen etwas zählen muss, die täglich ihre Energie für das Produkt einsetzen, ist eine Selbstverständlichkeit.
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