Verdrängen die öffentlich-rechtlichen die Tageszeitungen durch und im Netz – diese Diskussion wird schon länger geführt. Zu Ende ist sie sicher noch nicht, auch wenn sich die Sender, der BDZV und der VDZ mal wieder unterhalten wollen. Fachleute fordern jetzt erneut, dass die Sender keinen vollen Inhalt ins Netz stellen dürfen, weil dies die Blätter beeinträchtige (zu lesen hier).
“Die Informationsgesellschaft braucht einen staatsfernen Rundfunk”, erläuterte [Kommunikationsrechtler Hubertus, Anm.] Gersdorf. Alle Angebote von ARD und ZDF müssten “dahingehend überprüft werden, ob das Rundfunkprivileg noch gerechtfertigt ist”.
Und diese Frage ist interessant. Denn im Verlauf des Artikels und unter Betrachtung seiner Annahme ist es in der Tat so, dass die Zeitungen ins Hintertreffen geraten könnten. Zwar würden ARD und ZDF dann Informationen liefern. Doch die Kontrollgremien werden von den Parteien kontrolliert, die Schlüsselpositionen ebenfalls nach Proporz besetzt. Die Finanzierung wird von Parlamenten und Landesregierungen kontrolliert.
Ob damit noch eine redaktionelle Unabhängigkeit gewährleistet werden kann, ist mehr als offen. Gersdorfs Schluss, dass die jetzige Organisation nicht gehalten werden kann, ist in diesem Szenario schlüssig.
Doch wie kann ein anderes aussehen? Nun, in der Tat gibt es im Moment kaum konstruktive Vorschläge. Außer vielleicht, dass die Zeitungen multimedialer werden. Viele sind dabei. Das wäre ein Weg. Der sehr viel Geld kostet und langen Atem. Ob Zeitungen diese Zeit noch haben, ist offen.