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Klischees bei der Frau auf der Klobrille
13 März 2008, 7:05
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Es klingt schräg, krank und witzig: In den USA ist eine Frau – angeblich – mit ihrer Klobrille zusammengewachsen. Die Polizei und die Feuerwehr haben sie befreit, nachdem sie den ersten Meldungen zufolge zwei Jahre dort gesessen haben soll. Berichte gibt es hier, hier, hier, hier und auch hier und hier. Vor allem, aber nicht nur, in der Blogosphäre gilt dabei der Tenor „Bei den Amis ist auch alles möglich“ und „die Frau ist dumm“. Klischees…

Erst nach und nach wurden die Informationen genauer, die besagten, dass die Frau im Badezimmer lebte, allerdings wirklich am WC-Sitz angewachsen war. Sicher ist, dass wir in den kommenden Tagen lesen werden, wie das physikalisch-biologisch überhaupt möglich sein kann. Das wird eine Rechercheleistung werden, die die Welt aber nicht braucht.

Sondern vielmehr eine andere Recherche. Denn das Ergeignis ist nicht nur kurios oder schräg – sondern die Geschichte hinter der Geschichte ist interessant. Denn diese Frau, das schreiben ja auch einige wenige, leidet anscheinend unter einer Angststörung (ein guter Einstieg hier bei Wikipedia.de). Sie fühlte sich nur noch in dem Raum und am Ende auf der Toilette sicher. Unter einer solchen Krankheit leiden bis zu neun Prozent der Bevölkerung, schrieb die Nordsee-Zeitung. Dabei schränkt sich der Bewegungskreis der Betroffenen immer weiter ein, im Extremfall eben bis ins Badezimmer. Nur hier haben die Patienten das Gefühl, entspannen zu können. Eine extreme Störung, die schwer zu therapieren ist und traurige Schicksale zur Folge hat.

Ob dieses aber thematisiert wird, darft bezweifelt werden.


2 Kommentare bis jetzt
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Ich muss ganz ehrlich sagen, viel trauriger, als das Schicksal der Frau, sehe ich das des Mannes. Es ist mir absolut unverständlich, wie man als Freund, unabhängig davon, ob die Frau nun an einer Angststörung litt oder anderweitig ein psychisches Problem hat (das steht wohl außer Frage), zwei Jahre lang zuschauen kann, wie die Freundin das Bad nicht mehr verlässt. Jeder halbwegs klare Mensch würde da doch viel früher mal einen Termin beim Arzt machen, allein schon unter dem Gesichtspunkt, dass man seine Freundin doch liebt und ihr helfen will.

Kommentar von Thomas

Es ist mir absolut unverständlich, wie man als Freund, unabhängig davon, ob die Frau nun an einer Angststörung litt oder anderweitig ein psychisches Problem hat (das steht wohl außer Frage)

Absolut unbestritten. Auch, dass man beiden unbedingt psychologisch/psychiatrisch helfen muss.

Trotzdem habe ich die Befürchtung, dass die Hintergründe kaum thematisiert werden. Ich lasse mich aber auch gerne täuschen.

Kommentar von Frank




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