Gespeichert unter: Journalismus, Print, TV | Schlagworte: Ethik, Sendung, Themen, Tiere, Unterhaltung
Was ist wohl die Meldung des Tages? Dass das IOC erwägt, den Fackellauf abzusagen, wie hier und hier geschrieben wird? Dass die USA angeblich unbegrenzt im Irak bleiben wollen? Oder sonst eine wichtige politische Meldung?
Nein. Es ist Flocke. Der Weißpelz aus dem Nürnberger Zoo, der für die Gehege-Anstalt kein Eisbär, sondern eine Cash-Cow sein soll. Heute darf der Winzling, der gar nicht mehr so winzig ist, in die Fußstapfen des Berliners Knut treten und wird in sein Gehege entlassen. Und hunderte Medienvertreter, wahrscheinlich eingedeckt mit -Shirts, Postkarten, Babystramplern und, und, und gucken zu. Morgen darf dann das Volk herein, 25.000 werden erwartet. Die Kasse klingelt. Und ist sie nicht süß? Kritiker wurden übrigens vom Wachpersonal vertrieben.
Nun ja, wahrscheinlich schon. Doch dieser Hype ist bezeichnend für die Verflachung der Medien. Es geht ums Süße, Niedliche, Knuffige, Tolle. Switch Reloaded hat es in einem Gag sehr schön herübergebracht. Die Naturkatastrophe tritt dort in den Hintergrund vor süßen Babys im Soester Zoo. Vordergründig ging es zum die Aussprache der Moderatrice. Aber der Clip hat auch Wahrheitsgehalt.
Traurig.
Gespeichert unter: Internet, Medienpolitik, Print | Schlagworte: Community, Internet, Medien, Urheberrecht
Dankeschön. Für die netten Grüße, die G+J geschickt hat. Aus der Geo-Reisecommunity, einem neuen Projekt aus dem Verlagshaus. Das so richtig schön am Nutzer verdient.
… um die Reisecommunity noch einmaliger zu gestalten, arbeiten wir mit Hochdruck an neuen Funktionalitäten und verbessertem Komfort für Sie. Eine Neuheit darf ich Ihnen heute präsentieren: Ihren persönlichen Newsletter.
Eine tolle Erfindung, so ein Newsletter. Etwas wirklich Neues, jedenfalls so wie es gefeiert wird. Der Newsletter soll Folgendes erreichen:
Vor allem aber bietet er Ihnen eine Übersicht über Ihre bereits eingestellten Beiträge – und die Reaktionen anderer Community-Mitglieder darauf, etwa mit Kommentaren, Gästebucheinträgen und Nachrichten.
Was darin nicht steht, aber vielleicht erwähnt werden sollte – und begründet, warum dieser Text hier steht – ist die Zahl der Verwendungen durch G+J in der Geo. Denn wie inzwischen leider üblich, auf alle Rechte zu verzichten und Redakteure und Onliner weniger notwendig sein zu lassen. Natürlich unentgeltlich. Steht in den AGB.
11.1 Sofern ein Nutzer einen urheberrechtlich oder sonst rechtlich geschützten Beitrag (insbesondere Texte und/oder Fotos) in die Plattform einstellt und veröffentlicht, z.B. Reiseberichte, Tipps, Fotos, Profileinträge oder Beiträge in Foren, Bewertungen, oder Kommentare räumt er GEO.de damit unentgeltlich das Recht ein, den Beitrag beliebig oft und zeitlich und räumlich unbeschränkt auf der Plattform, sowie allen von der GEO Verlagsgruppe betriebenen Angeboten (z.B. GEO.de, den gedruckten GEO-Magazinreihen, im Mobilfunk, Fernsehen, anderen Medienformen) zu präsentieren, öffentlich zugänglich zu machen, zu verbreiten und zum Abruf durch Dritte bereitzuhalten. Dieses Recht gilt auch für die Verwendung in Verlinkungen auf anderen Websites (z.B. RSS-Feeds, Suchmaschineneinträgen). Dieses Recht umfasst ferner die redaktionelle Bearbeitung der Beiträge unter Wahrung der Urheberpersönlichkeitsrechte sowie – bei Textbeiträgen – gegebenenfalls die Ergänzung oder sonstige Bearbeitung durch andere Nutzer im Rahmen von gemeinsam nach dem sog. Wiki-Prinzip erstellten und überarbeiteten Texten.
Urheberpersönlichkeitsrechte heißt dabei ja nicht, dass es Geld gibt. Aber wenigstens steht der Name im Heft.
Na klasse.
Wer sich ins Feuer begibt, kommt darin um. Das sagt eine alte Weisheit, und an der ist nichts zu rütteln. Das hat jetzt auch das Budnesverfassungsbericht wieder belegt: Prominente dürfen auch in ihrer Freizeit abgelichtet werden, und diese Bilder dürfen gezeigt werden. Berichtet wird hier,hier und hier.
Gut so. Denn in der jüngeren Zeit wurde das schwachsinnige, lobbygesteuerte, obrigkeitshörige, überzogene Caroline-Urteil (siehe auch hier) des EuGH und des BGH immer wieder für Klagen herangezogen – obwohl das öffentliche Interesse eindeutig war.
Denn die Tendenz, sich und seine Arbeit immer nur positiv darzustellen, ist vorhanden und normal. Und das hat die Arbeit seriöser Journalisten zusehend eingeschränkt und in ein Minenfeld verwandelt. Da herrscht jetzt endlich wieder Klarheit, und Pressefreiheit.
Die netzeitung.de zitiert aus der Begründung:
Der Entscheidung der Verfassungsrichter zufolge schützt die Pressefreiheit damit grundsätzlich auch unterhaltende Beiträge über das Privatleben Prominenter. Dazu gehörten nicht nur «skandalöse, sittlich oder rechtlich zu beanstandende Verhaltensweisen», sondern auch «die Normalität des Alltagslebens». Voraussetzung sei allerdings, dass die Berichte der «Meinungsbildung zu Fragen von allgemeinem Interesse» dienten.
Man könnte auch so argumentieren: Wer öffentlich agiert, muss damit rechnen, dass sich die Leute interessieren. Das rechtfertigt die Veröffentlichung. Allerdings wären wir damit bei der Reflexantwort der Paparazzi und der Boulevardmedien, die das öffentliche Interesse auch dann reklamieren, wenn ein Pseudo-VIP eine Fliege im Straßencafé erschlägt. Nun ja. Das ist keine Pressefreiheit, sondern Machtmissbrauch, immerhin kann man jemanden mit einer Kampagne auch fertigmachen und ruinieren.
Dem hat das Gericht aber auch einen Riegel vorgeschoben.
Der rechtliche Schutz Prominenter sei aber dann hoch, wenn diese erwarten dürften, keinen „Nachstellungen“ von Pressefotografen ausgesetzt zu sein. Dies gelte „in Momenten der Entspannung und des Sich-Gehen-Lassens außerhalb der Einbindung in die Pflichten des Berufs und Alltags“.
heißt es bei tagesschau.de.
Es bleibt also alles beim Alten. So wie vor dem Caroline-Urteil und so wie im Pressekodex definiert.
Symbiose (griechisch symbioun [Verb] = zusammenleben, Symbiosis = das Zusammenleben) bezeichnet das Zusammenleben von Organismen unterschiedlicher Arten. (Quelle: wikipedia.de)
Dieser Tage ist diese innige Beziehung wieder zu erleben. Beteiligte dieses Mal: everybody’s Darling Heidi Klum und eine Boulevard-Zeitung aus dem Hause Axel Springer. Der „Bild“. Im Moment geht es um die Sendung „Germany’s Next Top-Model“ eben by Frau Klum. Natürlich mit einem Skandal, denn eine Kandidatin soll Nackt- und Sexfotos gemacht haben. Dass die „Bild“ dabei die Fäden gezogen hat, aber zumindest bei der Aufdeckung beteiligt gewesen ist, zeigt dieses Bild:

(verlinkt von BILDblog.de). Dass es einen Zusammenhang mit der Postille geben könnte, ist dort in nachzulesen, nämlich hier und hier.
Es ist wieder ein gutes Beispiel für Symbiose. Denn dass die Promotion-Maschine am besten läuft, wenn die „Bild“-Zeitung beteiligt ist, ist kein Geheimnis. So ist es bei „DSDS“, wo es immer ein Skandälchen gibt, das zufällig zur Sendung im Blatt erscheint. So ist es bei vielen anderen Situationen, sei es Uschi Glas, sei es die Sängerin Michelle, Verena, Verona oder irgendein anderer Prominenter. Oder die CDU. Nun ist es im Moment eben Frau Klum. Beiden tut es gut.
Das ist in der Tat eine Symbiose. Beide profitieren davon. Ok, vielleicht das Blatt ein wenig mehr, aber wen schert das? Ist doch egal, solange die Öffentlichkeit aufrecht informiert. Natürlich kann der schwächere Partner, nämlich derjenige, der glaubt, „Bild“ benutzen zu können, schnell verlieren. Und dann beweist sich, dass die amerikanische Definition von Symbiose (auch aus wikipedia.de) viel zutreffender ist.
„Symbiose“ steht in der US-amerikanischen Literatur für sämtliche Formen des coevolutionär entstandenen Zusammenlebens, vom Mutualismus über den Neutralismus bis hin zum Parasitismus.
Gespeichert unter: Blogs, Zeitungen | Schlagworte: Bild, Bildzeitung, Blogs, Journalismus, Qualität
Journalistische Qualität bei „Bild“? Steht hier:
Andreas Wiele, der im Vorstand der Axel-Springer-AG für die „Bild“-Zeitung zuständig ist, hat sich in einem Interview mit dem Branchendienst turi2.de über BILDblog geäußert:
Viel Feind, viel Ehr. Das ist ein Thema, was sich an ein paar obskure Online-Blogger wendet. Ich glaube, wir richten uns an zwölf Millionen Leser. Die wissen die journalistische Qualität der „Bild“-Zeitung zu schätzen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, die Kritik, die in BILDblog an „Bild“ geübt wird – wenn das alles ist, was man uns vorwerfen kann, dann können wir in der Tat mit Recht stolz auf die Qualität der „Bild“-Zeitung sein.
Ja nee, ist klar.