Ethik.
Pressekodex, Ziffer 8:
ZIFFER 8 PERSÖNLICHKEITSRECHTE
Die Presse achtet das Privatleben und die Intimsphäre des
Menschen. Berührt jedoch das private Verhalten öffentliche
Interessen, so kann es im Einzelfall in der Presse erörtert wer-
den. Dabei ist zu prüfen, ob durch eine Veröffentlichung Per-
sönlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden. Die Presse
achtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und
gewährleistet den redaktionellen Datenschutz.
Pressekodex, Ziffer 9:
ZIFFER 9 SCHUTZ DER EHRE
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen
Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu ver-
letzen.
Pressekodex, Ziffer 12:
ZIFFER 12 DISKRIMINIERUNGEN
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung
oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, so-
zialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.
„Bild“-Überschrift von heute:
Ausriss von BILDblog.de
Symbiose (griechisch symbioun [Verb] = zusammenleben, Symbiosis = das Zusammenleben) bezeichnet das Zusammenleben von Organismen unterschiedlicher Arten. (Quelle: wikipedia.de)
Dieser Tage ist diese innige Beziehung wieder zu erleben. Beteiligte dieses Mal: everybody’s Darling Heidi Klum und eine Boulevard-Zeitung aus dem Hause Axel Springer. Der „Bild“. Im Moment geht es um die Sendung „Germany’s Next Top-Model“ eben by Frau Klum. Natürlich mit einem Skandal, denn eine Kandidatin soll Nackt- und Sexfotos gemacht haben. Dass die „Bild“ dabei die Fäden gezogen hat, aber zumindest bei der Aufdeckung beteiligt gewesen ist, zeigt dieses Bild:

(verlinkt von BILDblog.de). Dass es einen Zusammenhang mit der Postille geben könnte, ist dort in nachzulesen, nämlich hier und hier.
Es ist wieder ein gutes Beispiel für Symbiose. Denn dass die Promotion-Maschine am besten läuft, wenn die „Bild“-Zeitung beteiligt ist, ist kein Geheimnis. So ist es bei „DSDS“, wo es immer ein Skandälchen gibt, das zufällig zur Sendung im Blatt erscheint. So ist es bei vielen anderen Situationen, sei es Uschi Glas, sei es die Sängerin Michelle, Verena, Verona oder irgendein anderer Prominenter. Oder die CDU. Nun ist es im Moment eben Frau Klum. Beiden tut es gut.
Das ist in der Tat eine Symbiose. Beide profitieren davon. Ok, vielleicht das Blatt ein wenig mehr, aber wen schert das? Ist doch egal, solange die Öffentlichkeit aufrecht informiert. Natürlich kann der schwächere Partner, nämlich derjenige, der glaubt, „Bild“ benutzen zu können, schnell verlieren. Und dann beweist sich, dass die amerikanische Definition von Symbiose (auch aus wikipedia.de) viel zutreffender ist.
„Symbiose“ steht in der US-amerikanischen Literatur für sämtliche Formen des coevolutionär entstandenen Zusammenlebens, vom Mutualismus über den Neutralismus bis hin zum Parasitismus.
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Journalistische Qualität bei „Bild“? Steht hier:
Andreas Wiele, der im Vorstand der Axel-Springer-AG für die „Bild“-Zeitung zuständig ist, hat sich in einem Interview mit dem Branchendienst turi2.de über BILDblog geäußert:
Viel Feind, viel Ehr. Das ist ein Thema, was sich an ein paar obskure Online-Blogger wendet. Ich glaube, wir richten uns an zwölf Millionen Leser. Die wissen die journalistische Qualität der „Bild“-Zeitung zu schätzen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, die Kritik, die in BILDblog an „Bild“ geübt wird – wenn das alles ist, was man uns vorwerfen kann, dann können wir in der Tat mit Recht stolz auf die Qualität der „Bild“-Zeitung sein.
Ja nee, ist klar.
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Heute ist die Perfektion der Medienkampagne zu besichtigen. In der „Bild“, wo auch sonst. Ein breiter Aufmacher, dass Pop-Titan (Wortschöpfung bei: „Bild“) Dieter Bohlen Gottschalk angreift. Der Musikproduzent wird damit zitiert, dass er bei „Wetten dass…?“ einschlafen würde. Bohlen tritt um 20.15 Uhr mit „DSDS“ gegen Gottschalks Dauerwerbe-Sendung an. An sich ist das mutig ob der Millionen, die sich die Couch ansehen werden.
Interessanter ist aber diese Berichterstattung. Nachdem die erste Folge der fünften Staffel, von RTL mit Bohlen als Heiligem beworben, schon Thema war (erstmals ist ein Kandidat, ob nun gespielt oder nicht) vor der Jury dramatisch zusammengebrochen, ist dies die Symbiose schlechthin. Die mutmaßlichen Quotenhits des Abends gemeinsam auf der Titelseite von Deutschlands größter Boulevardzeitung – da jubelt jeder Marketingexperte.
Vor allem die von Springer: Bohlen-Fans und -Hasser werden das Blatt kaufen und sich bestätigt sehen. Gottschalk-Fans und -Hasser ebenfalls. Und „Bild“-Fans und -Hasser ebenso, denn sie wollen sich ja in ihrer Meinung bestätigt sehen.
Diese Kampagne ist perfekt.