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Pressefreiheit: Zurück zu den Sonnenkönigen?
3 Mai 2008, 6:58
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Artikel 5 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

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Flammende Selbstzensur
25 März 2008, 7:34
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Es ist immer wieder schade, wie willfährig Medien zum Teil sind und in Selbstzensur verfallen. Damit das schöne Bild nicht gestört wird. Neustes Beispiel war die Entzündung der Olympischen Fackel. Da dringen zwei Demonstranten vor und rollen ein Transparent aus, werden verhaftet. (Nachrichten hier, eine gute Zusammenfassung auch hier, in der Blogosphäre auch vieles hier)

Und was machen die Fernsehteams? Sie drehen sofort ab, es kaum etwas zu sehen. Es soll ja kein Zuschauer von den Protesten erfahren. Zu erahnen ist das unter anderem hier. Also waren es entweder alles von China bezahlte Regisseure oder die Sender gehören der KPCh. Auf jeden Fall ein trauriges Bild.

Wenigstens haben die Fotografen draufgehalten.



Hurra, ich bin in Geo
19 März 2008, 5:03
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Dankeschön. Für die netten Grüße, die G+J geschickt hat. Aus der Geo-Reisecommunity, einem neuen Projekt aus dem Verlagshaus. Das so richtig schön am Nutzer verdient.

… um die Reisecommunity noch einmaliger zu gestalten, arbeiten wir mit Hochdruck an neuen Funktionalitäten und verbessertem Komfort für Sie. Eine Neuheit darf ich Ihnen heute präsentieren: Ihren persönlichen Newsletter.

Eine tolle Erfindung, so ein Newsletter. Etwas wirklich Neues, jedenfalls so wie es gefeiert wird. Der Newsletter soll Folgendes erreichen:

Vor allem aber bietet er Ihnen eine Übersicht über Ihre bereits eingestellten Beiträge – und die Reaktionen anderer Community-Mitglieder darauf, etwa mit Kommentaren, Gästebucheinträgen und Nachrichten.

Was darin nicht steht, aber vielleicht erwähnt werden sollte – und begründet, warum dieser Text hier steht – ist die Zahl der Verwendungen durch G+J in der Geo. Denn wie inzwischen leider üblich, auf alle Rechte zu verzichten und Redakteure und Onliner weniger notwendig sein zu lassen. Natürlich unentgeltlich. Steht in den AGB.

11.1 Sofern ein Nutzer einen urheberrechtlich oder sonst rechtlich geschützten Beitrag (insbesondere Texte und/oder Fotos) in die Plattform einstellt und veröffentlicht, z.B. Reiseberichte, Tipps, Fotos, Profileinträge oder Beiträge in Foren, Bewertungen, oder Kommentare räumt er GEO.de damit unentgeltlich das Recht ein, den Beitrag beliebig oft und zeitlich und räumlich unbeschränkt auf der Plattform, sowie allen von der GEO Verlagsgruppe betriebenen Angeboten (z.B. GEO.de, den gedruckten GEO-Magazinreihen, im Mobilfunk, Fernsehen, anderen Medienformen) zu präsentieren, öffentlich zugänglich zu machen, zu verbreiten und zum Abruf durch Dritte bereitzuhalten. Dieses Recht gilt auch für die Verwendung in Verlinkungen auf anderen Websites (z.B. RSS-Feeds, Suchmaschineneinträgen). Dieses Recht umfasst ferner die redaktionelle Bearbeitung der Beiträge unter Wahrung der Urheberpersönlichkeitsrechte sowie – bei Textbeiträgen – gegebenenfalls die Ergänzung oder sonstige Bearbeitung durch andere Nutzer im Rahmen von gemeinsam nach dem sog. Wiki-Prinzip erstellten und überarbeiteten Texten.

Urheberpersönlichkeitsrechte heißt dabei ja nicht, dass es Geld gibt. Aber wenigstens steht der Name im Heft.

Na klasse.



Klischees bei der Frau auf der Klobrille
13 März 2008, 7:05
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Es klingt schräg, krank und witzig: In den USA ist eine Frau – angeblich – mit ihrer Klobrille zusammengewachsen. Die Polizei und die Feuerwehr haben sie befreit, nachdem sie den ersten Meldungen zufolge zwei Jahre dort gesessen haben soll. Berichte gibt es hier, hier, hier, hier und auch hier und hier. Vor allem, aber nicht nur, in der Blogosphäre gilt dabei der Tenor „Bei den Amis ist auch alles möglich“ und „die Frau ist dumm“. Klischees…

Erst nach und nach wurden die Informationen genauer, die besagten, dass die Frau im Badezimmer lebte, allerdings wirklich am WC-Sitz angewachsen war. Sicher ist, dass wir in den kommenden Tagen lesen werden, wie das physikalisch-biologisch überhaupt möglich sein kann. Das wird eine Rechercheleistung werden, die die Welt aber nicht braucht.

Sondern vielmehr eine andere Recherche. Denn das Ergeignis ist nicht nur kurios oder schräg – sondern die Geschichte hinter der Geschichte ist interessant. Denn diese Frau, das schreiben ja auch einige wenige, leidet anscheinend unter einer Angststörung (ein guter Einstieg hier bei Wikipedia.de). Sie fühlte sich nur noch in dem Raum und am Ende auf der Toilette sicher. Unter einer solchen Krankheit leiden bis zu neun Prozent der Bevölkerung, schrieb die Nordsee-Zeitung. Dabei schränkt sich der Bewegungskreis der Betroffenen immer weiter ein, im Extremfall eben bis ins Badezimmer. Nur hier haben die Patienten das Gefühl, entspannen zu können. Eine extreme Störung, die schwer zu therapieren ist und traurige Schicksale zur Folge hat.

Ob dieses aber thematisiert wird, darft bezweifelt werden.



Google, oh Google, bei dir muss ich vorne sein
3 März 2008, 5:04
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Schreiben für die Suchmaschine – dieser „Trend“ erfasst immer mehr Agenturen, Medienunternehmen und auch Autoren. Suchmaschinenoptimierung. Oder: Wie schaffe ich es, meinen Artikel bei Google ganz nach oben zu kommen?

Warum dieser Wunsch besteht ist klar: Die meisten Surfer steuern nur die ersten beiden Seiten der Suchmaschine an, schauen sich die Ergebnisse auf den hinteren kaum an. Wer also nicht auf der Startseite ist, hat schon verloren, ist zwar gelistet, findet virtuell aber nicht statt. Vermeintlich.

Die Lösung liegt für Unternehmen, die sich auf das SEO spezialisiert haben, im Einsatz von „Keywords“. Diese Schlüsselworte sollen, so die Theorie, denen entsprechen, die der Nutzer in das Suchfeld eintippt. Schlüsselworte sind also Schlüsselreize. Dieser Logik entsprechend dürften die ersten Worte des Textes keinen sinnvollen Satz ergeben, sondern eine Aufzählung sein. Irgendwie erinnert das an Spam-Mails. Kein Wunder, dass es auch Suchmaschinen-Spamming gibt.

Nur entspricht das leider überhaupt nicht journalistischen Grundsätzen. Denn nach denen gehören nicht irgendwelche Reizwörter in den Vorspann, sondern die Antworten auf die W-Fragen. In ganzen, lesbaren, knackigen Sätzen. Das sind auch die Begriffe, nach denen in nachrichtlichen Sites gesucht wird. Die Keywords sind dagegen in den Meta-Tags der Seite zu verankern, den Schlagworten, die die CMS-Systeme alle anbieten. Außerdem haben Medien ja in der Regel ein weiteres unschlagbares Argument: Sie haben eine Marke.

Statt also zu fordern, dass jeder Text mit Sex, Gewalt, Sparen oder Download anfängt, sollten sich die Administratoren überlegen, wie sie ihre Autoren dazu bringen, vernünftig zu verschlagworten. Dort gehören Schlüsselworte hinein.

Und nur dort.

Zum Nachlesen: