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Recherche ist das eine. Das Wichtige, Wichtigste für eine gute Geschichte. Die Umsetzung ist aber leider oft etwa ganz anderes. Das gab es mal wieder zu besichtigen: bei „RTL Explosiv Weekend“. Ein an sich netter Opener zum Thema „Wie viel ist alles teurer geworden“ wird da vergeigt und versemmelt. Durch fehlende Informationen für den Zuschauer und durch schlampige Betextung.
Zu sehen ist in dem Clip eine Hauswirtschaftslehrerin, die schon im Jahr 2002 alle Preise für Artikel wie Milch, Brot und Eier aufgeschrieben hat. Diese an sich löbliche Tätigkeit diente nun als Beleg für die Abzocke mit den Lebensmittelpreisen. Denn genau diese resolute Dame sollte in einem Laden einkaufen. Jetzt, in diesem Jahr und Monat. Mit Einblendungen wurden die Differenzen gezeigt.
Hier aber liegt die Crux. Denn Die Lehrerin greift eine Milch, erkennbar Bio, und natürlich deutlich teurer. Ob sie früher aber auch diese Milchmarke gekauft hat? Wird nicht deutlich. Bei den Eiern ebenso genaue Information für den Zuschauer, ob der Vergleich überhaupt valide ist. Denn sie greift zu Bio-Freilandeiern, Goldklasse, spitze. Am teuersten. Was war es 2002? Das erfährt man nicht. Klar, teurer ist es geworden. Aber als sicheren Test und Bilanz darf man das nicht verkaufen. Zufall, ob am Ende die zurzeit durch die Medien geisternden Teuerungen herauskamen? Wer weiß. Vielleicht sind es auch die berühmten Äpfel mit Birnen
Ebenso dreist war das zweite Beispiel in dem Beitrag. Hier wird ein Mann samt Sohn beim Einkaufen und Sparen gezeigt. Im Supermarkt stürzt er sich auf die beinahe abgelaufenen Waren (Vater: „Das merkt man ja nicht“). Ebenfalls ein Beleg für die Teuerung. Dumm nur, dass draußen die Sonne strahlt, alle T-Shirts anhaben und auf einem deutlich erkennbaren Etikett „21.8.“ steht.
Der Beitrag war eben schnell zusammengeschustert. Dass dabei auf der Strecke blieb, wie man die gegebenen und nicht gegebenen Informationen, ist doch egal, oder?
Peinlich. Einfach nur peinlich.
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Journalistische Qualität bei „Bild“? Steht hier:
Andreas Wiele, der im Vorstand der Axel-Springer-AG für die „Bild“-Zeitung zuständig ist, hat sich in einem Interview mit dem Branchendienst turi2.de über BILDblog geäußert:
Viel Feind, viel Ehr. Das ist ein Thema, was sich an ein paar obskure Online-Blogger wendet. Ich glaube, wir richten uns an zwölf Millionen Leser. Die wissen die journalistische Qualität der „Bild“-Zeitung zu schätzen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, die Kritik, die in BILDblog an „Bild“ geübt wird – wenn das alles ist, was man uns vorwerfen kann, dann können wir in der Tat mit Recht stolz auf die Qualität der „Bild“-Zeitung sein.
Ja nee, ist klar.