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Explosive Äpfel und Birnen
20 April 2008, 3:59
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Recherche ist das eine. Das Wichtige, Wichtigste für eine gute Geschichte. Die Umsetzung ist aber leider oft etwa ganz anderes. Das gab es mal wieder zu besichtigen: bei „RTL Explosiv Weekend“. Ein an sich netter Opener zum Thema „Wie viel ist alles teurer geworden“ wird da vergeigt und versemmelt. Durch fehlende Informationen für den Zuschauer und durch schlampige Betextung.

Zu sehen ist in dem Clip eine Hauswirtschaftslehrerin, die schon im Jahr 2002 alle Preise für Artikel wie Milch, Brot und Eier aufgeschrieben hat. Diese an sich löbliche Tätigkeit diente nun als Beleg für die Abzocke mit den Lebensmittelpreisen. Denn genau diese resolute Dame sollte in einem Laden einkaufen. Jetzt, in diesem Jahr und Monat. Mit Einblendungen wurden die Differenzen gezeigt.

Hier aber liegt die Crux. Denn Die Lehrerin greift eine Milch, erkennbar Bio, und natürlich deutlich teurer. Ob sie früher aber auch diese Milchmarke gekauft hat? Wird nicht deutlich. Bei den Eiern ebenso genaue Information für den Zuschauer, ob der Vergleich überhaupt valide ist. Denn sie greift zu Bio-Freilandeiern, Goldklasse, spitze. Am teuersten. Was war es 2002? Das erfährt man nicht. Klar, teurer ist es geworden. Aber als sicheren Test und Bilanz darf man das nicht verkaufen. Zufall, ob am Ende die zurzeit durch die Medien geisternden Teuerungen herauskamen? Wer weiß. Vielleicht sind es auch die berühmten Äpfel mit Birnen

Ebenso dreist war das zweite Beispiel in dem Beitrag. Hier wird ein Mann samt Sohn beim Einkaufen und Sparen gezeigt. Im Supermarkt stürzt er sich auf die beinahe abgelaufenen Waren (Vater: „Das merkt man ja nicht“). Ebenfalls ein Beleg für die Teuerung. Dumm nur, dass draußen die Sonne strahlt, alle T-Shirts anhaben und auf einem deutlich erkennbaren Etikett „21.8.“ steht.

Der Beitrag war eben schnell zusammengeschustert. Dass dabei auf der Strecke blieb, wie man die gegebenen und nicht gegebenen Informationen, ist doch egal, oder?

Peinlich. Einfach nur peinlich.



PR-Gag um DSDS-Ausstieg?
9 April 2008, 7:20
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War das nun der Zwiespalt einer sechszehnjährigen Nervensäge oder aber ein geschickter PR-Gag? Benjamin Herd, Nachwuchs-Nichttalent bei DSDS und zurzeit der Kandidat, der am meisten polarisiert.

Und das nicht nur durch seinen „Ich höre auf“, Papa Bohlen quatscht, „Ich mache weiter“-Auftritt dieser Tage, von RTL perfekt dokumentiert. Sondern auch durch allerlei unreife, deutlich pubertäre Aussprüche und Auftritte. Ohne Zweifel – Benjamin Herd ist für diese Stafel ein Geschenk.

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Verona Pooth ist kein Engel (mehr)
8 April 2008, 8:57
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Nun darf Frau Feldbusch Pooth kein Engel mehr sein. Jedenfalls nicht mehr für RTL II, wie sie „Engel im Einsatz“ moderiert. Der Sender hat sich von Verona Pooth, die vor Jahren als Frau Feldbusch und Ex-Bohlen in einer seichen Erotik-Posse bekannt und zur Werbeikone („Blubb“, „11880″) wurde.

Vielleicht ist sie ja weiter der Engel von Gatten Franjo. Der ist seit Monaten mit einer spektakulären Pleite in den Medien, es geht um Betrug, Insolvenzverschleppung und Bestechung. Ein Sparkassenmanager musste deswegen schon gehen.

Vielleicht ist Verona deshalb gefeuert worden. Ein guter Werbeträger ist sie im Moment jedenfalls nicht; Schwartau wird sich schwarzärgern. Angeblich begründet RTL 2 die Trennung mit der sinkenden Glaubwürdigkeit der Sendung durch die Moderatorin. Ob der Sender überhaupt glaubwürdig ist, sei einmal dahingestellt.

Möglicherweise sind es aber auch die Quoten. kress.de weist die Sendung in seinen Top 15 jedenfalls nicht aus (siehe hier). Das Format ist ausgelutscht – auch ein möglicher Grund.

Wir wissen es nicht. RTL 2 schweigt sich in seiner Presselounge aus. Meldungen gibt es aber hier, hier, hier, hier sowie hier, hier, bei Bild.de, dpa und RTL aktuell.

Einen Engel jedenfalls hat Verona noch. Ihren Sohn.

Zeit für ihn hat sie jedenfalls.



Kerkelings Taxifahrt schläfert ein
6 April 2008, 4:52
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4,55 Millionen Zuschauer – eigentlich eine gute Bilanz, die die Flimmerkiste2 der neuen RTL-Hape-Kerkeling-Sendung „Hallo Taxi“ hier bescheinigt. Allein: Sowohl das Format ist wenig originell noch die Sendung unterhaltsam. Teilweise herrschte in der Premieren-Sendung sogar gähnende Langeweile.

Das Konzept ist einfach. Verkleidungstalent Kerkeling, Erfinder von „Hanilein“, „Horst Schlämmer“, „Beatrix auf Staatsbesuch“ und vielen anderen erfolgreichen Figuren, ist als „Günther Warnke“ auf Kölns Straßen unterwegs. Er und seine Fahrgäste werden dabei gefilmt, wie er sie a) kutschiert und b) aus der Fassung zu bringen versucht. Allein das ist schon mäßig spannend, spätestens seit man im Taxi sogar etwas gewinnen kann.

Der HöheTiefpunkt war in der Sendung, die Pausenprogramm zwischen der DSDS-Telefonaktionsankündigungssendung und der DSDS-Endabrechnung am Abend ist, aber die Unterhaltung mit einer Mitfahrerin. Am Ende wusste der Zuschauer nicht mehr, ob Kerkeling sie oder sie Kerkeling veralbert hat.

Was war passiert? „Günther Warnke“ erzählt seiner Passagierin, dass er nach Linz müsse, um seinen schon zweimal gewonnenen Titel als Rülpsweltmeister zurückzuerobern. Allein die Vorstellung ist ja schon appetitlich. Dazu müsse er das Alphabet in Deutsch und Englisch rülpsen – und versucht, ihr das zu zeigen. Nicht nur, dass er minutenlang Ahoi-Brause schluckt (PS: das ist Schleichwerbung) und sich so „vorbereitet“, nein, das anschließende Rülpsen klingt einfach nur vulgär. Von Kerkeling ist man eigentlich wesentlich subtilere Unterhaltung gewohnt.

Das war der Tiefpunkt. Viel höher kam der Rest allerdings nicht. Doch dieses Format wird seine Freunde finden. Und wenn es die DSDS-Vorgeschädigten und -Vorpubertären sind, die sich die Finger wund sowie die Börse leerwählen und die RTL-Kasse füllen. Für den mehrfachen Sieger der Goldenen Kamera, des Grimmepreises, des Deutschen Comedypreises und des Deutschen Fernsehpreises ist das aber einfach unter seinem Niveau.

Wie sagt der Fahrprüfer? Fahren Sie rechts ran und versuchen Sie es in einem Monat nochmal.

Bitte.



Rechercheure sind wohl ausgewandert.
27 März 2008, 8:03
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Recherche? Fehlanzeige oder mindestens „mangelhaft“. Dieses Mal im ZDF-Morgenmagazin. Da wird über das Ballinstadt-Museum für Auswanderung in Hamburg berichtet. Fünf Millionen Menschen sind über die Hansestadt ausgewandert. Gezeigt wurden einige Amerikaner auf der Suche nach ihren Wurzeln. Das ist toll und schön für die Gäste. Geöffnet hatte das Museum am 5. Juli 2007.

Zu wünschen wäre gewesen, dass das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, immerhin European Museum of the Year 2007 und bereits von mehreren 100000 Gästen besucht – darunter zahlreiche Amerikaner auf Spurensuche -, wenigstens erwähnt worden wäre. Geöffnet übrigens hat das schon am 8. Juli 2005.

Eigentlich Zeit genug für die ZDF-Redaktion.