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Updated: Sprachlos über Brüssel
10 April 2008, 8:47
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In der Zeitung stand heute morgen diese Nachricht:

Fernsehfilme in Englisch oder anderen Sprachen sollen nach dem Willen des Europaparlaments künftig in ARD und ZDF nur noch im Original mit Untertiteln laufen.

Hintergrund der Idee sei, dass zu wenige Menschen Fremdsprachen beherrschen und eine solche Regelung dazu beitragen würde, das zu verbessern. Beispiele seine Belgien und die Niederlande, die viel OmU senden.

Allein – das ist Blödsinn. Denn viele würden gar nicht mehr einschalten, vor allem bei ARD und ZDF, deren Kundschaft in der Regel älter ist und eben nicht vor dem TV lernen will. Was würde bleiben? Heimatfilme, Peter Alexander und Tatort. Nee, das lassen wir mal.

Und noch einen Grund gibt es nach der Brüsseler Logik:

Originalversionen trügen nicht nur zum Lernen von Fremdsprachen bei, sondern seien auch besser für Schwerhörige oder Taube, heißt es in dem Beschlusstext.

Haben die schon einmal versucht, einen Film zu genießen, der in der eigenen Sprache einen Untertitel hat („Texttafel 150″)? Wohl kaum. Denn das ist schon schwierig und stört das Sehvergnügen. Unabhängig davon, dass die Untertitel fast nie dem gesprochenen Wort entsprechen. Wie soll es dann erst sein, wenn man die Fremdsprache nicht beherrscht, also auf die Handlung schaut? Lernen kann man die Sprache jedenfalls nicht. Denn dann müsste die Übersetzung 1:1 sein. Das würde mindestens den halben Bildschirm beanspruchen.

Die Eurokraten sollten sich mal um die wirklich wichtigen Dinge kümmern.

Update: Stefan Niggemeier hat den Irrsinn hier zerlegt. Und zwar den der Redaktionen in ganz Deutschland, die so ziemlich alles falsch verstanden haben.



Herren fühlt sich von den Medien missbraucht
1 April 2008, 6:37
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Das darf man nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Willi Herren. Ich habe auch nichts gegen die „Lindenstraße“. Auch nichts gegen Berichte über Entzug.

Doch was da schon wieder läuft, geht mir gegen den Strich.

In der Hauptrolle ist mal wieder Herr Herren. Im Suff Alkoholrausch hat er einen Radler angeditscht und anschließend in der Tanke eingekauft und sich dabei wohl auf seinen guten Namen bezahlen wollen, jedenfalls aber nicht mit Euro. Das haben die Zeitungen natürlich breit getreten.

Und jetzt? Herr Herren schlägt zurück. Im Mutterschiff der Information, bei RTLs „exclusiv“. Er findet das nicht gut, die Presse mache ihn fertig, sagt er da. Gerade Herren. Seine Entziehungskur hat er ja selbst mediengerecht darstellen lassen (siehe hier), angeblich um das Elend zu zeigen. Das er dabei gepflegt aussah und eher einem Luxusjunkie ähnelte, lassen wir jetzt mal außen vor.

Auch eine Form von Zusammenarbeit.



Rechercheure sind wohl ausgewandert.
27 März 2008, 8:03
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Recherche? Fehlanzeige oder mindestens „mangelhaft“. Dieses Mal im ZDF-Morgenmagazin. Da wird über das Ballinstadt-Museum für Auswanderung in Hamburg berichtet. Fünf Millionen Menschen sind über die Hansestadt ausgewandert. Gezeigt wurden einige Amerikaner auf der Suche nach ihren Wurzeln. Das ist toll und schön für die Gäste. Geöffnet hatte das Museum am 5. Juli 2007.

Zu wünschen wäre gewesen, dass das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, immerhin European Museum of the Year 2007 und bereits von mehreren 100000 Gästen besucht – darunter zahlreiche Amerikaner auf Spurensuche -, wenigstens erwähnt worden wäre. Geöffnet übrigens hat das schon am 8. Juli 2005.

Eigentlich Zeit genug für die ZDF-Redaktion.



Entzug: Wie werden wir Willi Herren los?
8 März 2008, 12:32
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Willi Herren ist auf Drogenentzug. Das ist schlimm, und man wünscht dem Schauspieler persönlich alles Gute, auf dass er die schwierige Situation übersteht. Aber bitte privat und nicht, wie seit Tagen auf RTL zu besichtigen ist. Jedenfalls nicht so.

Sicher, Drogen sind ein riesiges Problem und man muss darüber berichten. Aber man macht es genauso nicht, wie es der Kölner Sender im Moment macht. Das ist echtes Krawall-TV.

Da zeigt der Sender – immer unter Betonung, dass es sich um den eigenen Wunsch Herrens handelt – einen Menschen auf der Suche nach Drogen. Beim Ausrasten, rumschreien und angeblich im Rauschzustand. Filmt ihn und andere (wenigstens anonymisiert) in der Entzugsklinik und zeigt auch seine Familie im Bild. Interessant ist dabei, dass Herren fast immer hellwach ist, gepflegt aussieht und gar nicht den Eindruck macht, den ich bei der Behandlung Süchtiger im Krankenhaus kennen gelernt habe.

Ist es aber eigentlich Zufall, dass auch in der „GZSZ“-Soap gerade ein Drogenproblem thematisiert wird? Doping wird Thema in „AWZ“. Beides RTL-Sendungen, eine sogar von der Drogenbeauftragten unterstützt. Infos zu Kokain – Herrens Droge – gibt es hier bei Wikipedia.

Auch wenn das Thema immer wieder wichtig ist – die Machart ist nicht seriös. Natürlich wird jeder Beitrag für die Dauer von 14 Tagen durch die gesamte Verwertungskette – Punkt 9, Punkt 12, exclusiv, Explosiv, manchmal den News und wahrscheinlich auch bei RTL 2 – gezogen.

Aber die Glaubwürdigkeit ist fraglich.

Voll im Leben, könnte man meinen, doch drängen sich uns Fragen auf, die sonst niemand zu stellen wagt. Was soll der exhibitionistische Sprung ins Fernsehen bewirken, zumal in die Intensivstation auf RTL?

heißt es hier. Eines auf jeden Fall: die Kassen zu füllen. Ob auf diese Weise aufgeklärt und abgeschreckt wird, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist es nicht drastisch genug. Und die Symptome sind in den Clips auch nicht zusehen.

wer glaubt denn da an ne real doku? willi macht alles für kohle sogar seine ganze familie spielt da mit, echt arm willi

lautet ein Kommentar in einem Clipfish.de-Video, dass hier zu sehen ist. Und auch in der Blogosphäre gibt es hier Diskussionen darum, auch wenn viele Fans zu sein scheinen und die Sendestrecke begrüßen.

RTL macht auch jeden Fall Gewinn mit der Leidensgeschichte. Willi Herren ist dagegen am Ende. Nicht nur wegen der Drogen, sondern auch wegen der Darstellung.

Schade. Denn einen Süchtigen zu begleiten und sein Leiden realistisch zu dokumentieren, wäre eindrucksvoller gewesen.

Aber der wäre ja nicht im Dschungelcamp gewesen.



Pocher verlängert mit Schmidt
19 Februar 2008, 4:43
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„Schmidt & Pocher“ ist verlängert worden. Der Altstar und der pubertierende Jungspund arbeiten bis Ende Mai 2009 weiter an ihrer gemeinsamen Late-Night-Show. Zeit genug, sie zu entwickeln – was ja auch noch notwendig ist. Im Schnitt, so Branchennachrichten, schauen 1,5 Millionen Menschen zu.

Foto vom WDR

Foto: (c) WDR, es ist hier ein Tiefenlink

Auf den Humor muss man natürlich stehen, aber interessant ist die Sendung schon. Da Pocher als Nachfolger Schmidts aufgebaut wird, aber immer noch zu Brachialkomik neigt, ist Entwicklung sicherlich angezeigt. Man wird es sehen.

Zu der Meldung passt aber diese, Geschichte, von der „Spiegel online“ berichtet. Stephen Colbert versucht, dort, sich witzig zu machen. Die Amerikaner freut’s. Vielleicht.

Dumm nur für Colbert, dass ihn hier kaum jemand kennt. Dem wollen wir hier mal entgegenwirken.