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Was ist wohl die Meldung des Tages? Dass das IOC erwägt, den Fackellauf abzusagen, wie hier und hier geschrieben wird? Dass die USA angeblich unbegrenzt im Irak bleiben wollen? Oder sonst eine wichtige politische Meldung?
Nein. Es ist Flocke. Der Weißpelz aus dem Nürnberger Zoo, der für die Gehege-Anstalt kein Eisbär, sondern eine Cash-Cow sein soll. Heute darf der Winzling, der gar nicht mehr so winzig ist, in die Fußstapfen des Berliners Knut treten und wird in sein Gehege entlassen. Und hunderte Medienvertreter, wahrscheinlich eingedeckt mit -Shirts, Postkarten, Babystramplern und, und, und gucken zu. Morgen darf dann das Volk herein, 25.000 werden erwartet. Die Kasse klingelt. Und ist sie nicht süß? Kritiker wurden übrigens vom Wachpersonal vertrieben.
Nun ja, wahrscheinlich schon. Doch dieser Hype ist bezeichnend für die Verflachung der Medien. Es geht ums Süße, Niedliche, Knuffige, Tolle. Switch Reloaded hat es in einem Gag sehr schön herübergebracht. Die Naturkatastrophe tritt dort in den Hintergrund vor süßen Babys im Soester Zoo. Vordergründig ging es zum die Aussprache der Moderatrice. Aber der Clip hat auch Wahrheitsgehalt.
Traurig.
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4,55 Millionen Zuschauer – eigentlich eine gute Bilanz, die die Flimmerkiste2 der neuen RTL-Hape-Kerkeling-Sendung „Hallo Taxi“ hier bescheinigt. Allein: Sowohl das Format ist wenig originell noch die Sendung unterhaltsam. Teilweise herrschte in der Premieren-Sendung sogar gähnende Langeweile.
Das Konzept ist einfach. Verkleidungstalent Kerkeling, Erfinder von „Hanilein“, „Horst Schlämmer“, „Beatrix auf Staatsbesuch“ und vielen anderen erfolgreichen Figuren, ist als „Günther Warnke“ auf Kölns Straßen unterwegs. Er und seine Fahrgäste werden dabei gefilmt, wie er sie a) kutschiert und b) aus der Fassung zu bringen versucht. Allein das ist schon mäßig spannend, spätestens seit man im Taxi sogar etwas gewinnen kann.
Der HöheTiefpunkt war in der Sendung, die Pausenprogramm zwischen der DSDS-Telefonaktionsankündigungssendung und der DSDS-Endabrechnung am Abend ist, aber die Unterhaltung mit einer Mitfahrerin. Am Ende wusste der Zuschauer nicht mehr, ob Kerkeling sie oder sie Kerkeling veralbert hat.
Was war passiert? „Günther Warnke“ erzählt seiner Passagierin, dass er nach Linz müsse, um seinen schon zweimal gewonnenen Titel als Rülpsweltmeister zurückzuerobern. Allein die Vorstellung ist ja schon appetitlich. Dazu müsse er das Alphabet in Deutsch und Englisch rülpsen – und versucht, ihr das zu zeigen. Nicht nur, dass er minutenlang Ahoi-Brause schluckt (PS: das ist Schleichwerbung) und sich so „vorbereitet“, nein, das anschließende Rülpsen klingt einfach nur vulgär. Von Kerkeling ist man eigentlich wesentlich subtilere Unterhaltung gewohnt.
Das war der Tiefpunkt. Viel höher kam der Rest allerdings nicht. Doch dieses Format wird seine Freunde finden. Und wenn es die DSDS-Vorgeschädigten und -Vorpubertären sind, die sich die Finger wund sowie die Börse leerwählen und die RTL-Kasse füllen. Für den mehrfachen Sieger der Goldenen Kamera, des Grimmepreises, des Deutschen Comedypreises und des Deutschen Fernsehpreises ist das aber einfach unter seinem Niveau.
Wie sagt der Fahrprüfer? Fahren Sie rechts ran und versuchen Sie es in einem Monat nochmal.
Bitte.